Prämenstruelle dysphorische Störung

Depression Frau PMDSDarunter versteht man starke Stimmungsschwankungen und auffälliges Verhalten, das im Zusammenhang mit der Menstruation auftritt. Beides kann das Leben der betroffenen Frau stark beeinträchtigen.

Nähere Informationen zur Erkrankung:

Häufige Symptome:

Gefühls- und Verhaltenssymptome

  • Spannung oder Angst
  • Gedrückte Stimmung
  • Weinanfälle
  • Stimmungsschwankungen und 'Achterbahnfahren' der Gefühle
  • Heisshunger auf Süßigkeiten, Essanfälle. Nächtliches Essen
  • Schlafstörungen
  • Streit in der Familie
  • Sozialer Rückzug
  • Konzentrationsstörungen

Körperliche Beschwerden und Symptome

  • Gelenk- und/oder Muskelschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Erschöpfbarkeit
  • Schwitzen (nächtlich)
  • Gewichtszunahme
  • Aufgeblähter Bauch
  • Schmerzhaftigkeit der Brust
  • Unreine Haut 
  • Verstopfung oder Durchfall

Die Liste der Symptome ist lang, viele Frauen haben nur ein paar wenige Symptome, aber ca. 4% aller Frauen mit PMDS haben so ausgeprägte Beschwerden, dass diese Probleme im Alltagsleben bereiten. Frauen mit ausgeprägtem PMDS können in der Woche oder den 14 Tagen vor der Menstruation nicht konzentriert arbeiten, es kommt zu Streitigkeiten mit dem Partner und den Kindern sowie zu Schlaflosigkeit und starken Stimmungsschwankungen. Mit Einsetzen der Menstruation sind diese Symptome dann vorbei, die Frauen fühlen sich wieder gesund. Ausgeprägte prämenstruelle Symptomatik kann im Leben einer Frau 7 Jahre Einschränkung bedeuten, wenn man die gesamte Zeit, in der die Frau die genannten Symptome aufweist, zusammenzählt. Das ist eine Menge an verlorener Lebensqualität.

Wann sollten Sie einen Psychiater aufsuchen?

Der Gang zum Psychiater fällt jedem Menschen schwer, weil man ja nicht ‚verrückt' ist, oder weil man nicht möchte, dass andere denken, es könnte so sein.

Dennoch kann ein Facharzt für Psychiatrie bei den seelischen Problemen eines ausgeprägten PMDS gut helfen, insbesondere dann, wenn die Symptome das tägliche Leben oder die Gesundheit massiv beeinflussen.

Wie wird PMDS diagnostiziert?

Neben einer sorgfältigen körperlichen Untersuchung, gehört auch die detaillierte Erfassung der gynäkologischen Vorgeschichte zur Diagnostik des PMDS. Man muss allerdings sagen, dass die diagnostischen Möglichkeiten, PMDS nachzuweisen, gering sind. Auf jeden Fall müssen andere psychiatrische Erkrankungen, wie z.B. Depressionen oder Angsterkrankungen ausgeschlossen werden, bevor man PMDS diagnositizieren kann. Am wichtigsten ist es, ein Stimmungstagebuch zu führen, in dem die psychische Verfassung in Abhängigkeit vom Menstruationszyklus täglich dokumentiert wird. Dadurch kann man den Beginn, die Schwere und die Dauer der Symptome feststellen.

Behandlung des PMDS

Die spezifische Therapie des PMDS hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Alter, Gesundheitszustand und medizinische Vorgeschichte 
  • Ausmaß der Beschwerden 
  • Art der Symptome 
  • Toleranz für bestimmte Medikamente oder Therapien 
  • Erwartungen bzgl. Des weiteren Verlaufes des PMDS 
  • Wünsche/Präferenzen der betroffenen Frau

Es gibt in Abhängigkeit davon verschiedene Möglichkeiten, PMDS zu behandeln:

  • Veränderungen in der Nahrungszusammensetzung
  • Sport
  • Stress Management
  • Vitaminpräparate
  • Anti-entzündliche Substanzen
  • Selektive Serotonin Wiederaufnahmehemmer (SSRI)
  • Bestimmte hormonelle Therapien

Bei manchen Frauen hält die PMDS-Symptomatik bis zu den Wechseljahren an, so das seine langjährige Behandlung erforderlich wird. In diesen Fällen sind regelmäßige ärztliche Konsultationen erforderlich, um Veränderungen des Zustandes zu erfassen und ggf. auch, um die Therapie anzupassen.