Depression in den Wechseljahren

Depression Frau WechseljahreDie Wechseljahre bedeuten eine dramatische hormonelle und psychologische Veränderung. Frauen haben ein 14-fach höheres Risiko als zu jedem anderen Zeitpunkt ihres Lebens, in dieser Zeit psychisch zu erkranken. Die Diagnostik und vor allem Therapie der psychischen Erkrankungen der Wechseljahre erfordert Fachwissen und Fingerspitzengefühl.

Viele Frauen denken, sie müssten ‚da durch', und wissen gar nicht, dass man die seelischen Erkrankungen der Wechseljahre erfolgreich behandeln kann.

Depression und Angsterkrankungen in den Wechseljahren

Im Alter etwa zwischen 45 und 49 Jahren steigt die Rate an depressiven Ersterkrankungen und Erkrankungen aus dem Angstspektrum bei Frauen deutlich an. Das liegt daran, dass in diesem Zeitraum für viele Frauen die sogenannten ‚Wechseljahre' beginnen, die mit einer verminderten körpereigenen Hormonproduktion einhergehen, die ihrerseits eine Vielzahl psychischer Veränderungen bedingt. Hinzukommt, dass in die Zeit der Wechseljahre häufig auch familiäre Veränderungen fallen und die betroffenen Frauen sich vollkommen neu orientieren müssen. Auch Alterungsprozesse, das Gefühl ‚nicht mehr attraktiv' zu sein, spielt eine große Rolle bei der Entstehung von Depressionen und Angsterkrankungen in den Wechseljahren.

Gibt es Risikofaktoren?

Grundsätzlich gilt, dass jede Frau eine perimenopausale Depression entwickeln kann. Über die Hälfte der Frauen, die eine psychische Erkrankung in den Wechseljahren entwickeln, hatten schon eine oder mehrere depressive Episoden in der Vorgeschichte. Bei anderen Frauen kann man eine ängstliche oder depressive Wesensstruktur feststellen. Auch die körperliche Symptomatik (vor allem Hitzewallungen) sowie die häufig auftretenden Schlafstörungen unter denen viele Frauen während der Wechseljahre leiden, tragen zur Ausbildung depressiver Symptome bei. Viele Frauen trifft die Depression in den Wechseljahren aber völlig unvorbereitet.

Symptome

  • Stimmungsschwankungen
  • Ängste
  • Diffuse körperliche Beschwerden
  • Leichte Erschöpfbarkeit
  • Unruhe
  • Freudlosigkeit
  • Grübelneigung
  • Lebensmüdigkeit

sind die häufigsten Symptome, unter denen die Frauen leiden. Dabei erfüllen 75% der betroffenen Frauen die Kriterien einer mittelschweren und 25% die einer schweren depressiven Episode. Das bedeutet, dass die Depressionen in den Wechseljahren eine ernstzunehmende Erkrankung darstellen.

Therapie

Die Therapie sollte medikamentöse und psychotherapeutische Interventionen umfassen. Aber auch Nahrungsergänzungen und ein Programm das das Körpergefühl stärkt, können hier sinnvoll sein. Psychopharmaka deswegen, weil der Schweregrad der Depression in den Wechseljahren oft so ausgeprägt ist, dass psychotherapeutische Interventionen nicht ausreichen. Hier kommen verschiedene Substanzklassen in Betracht, die aber immer individuell mit der betroffenen Frau besprochen werden müssen.

Psychotherapeutisch sollten die Themen, die für die betroffene Frau von Relevanz sind, aufgearbeitet werden. Das kann bedeuten, über die Familie zu sprechen, über Veränderungen in der Partnerschaft, aber auch über das Älter werden und die körperlichen Veränderungen, die mit den Wechseljahren einhergehen. Wenn starke Ängste und Grübeln im Vordergrund stehen, kann eine spezifische Verhaltenstherapie indiziert sein.

In jedem Fall hat die Depression in den Wechseljahren eine recht gute Prognose, wenn sie rechtzeitig erkannt und therapiert wird. In manchen Fällen muss allerdings damit gerechnet werden, dass Angst und Depressivität die betroffene Frau über die Jahre weiter begleiten und eine regelmäßige psychiatrisch-psychotherapeutische Mitbetreuung erforderlich sein wird.